Blogserie: Kirchengemeinden ins Netz!

Bevor ich ins Thema einsteige, stelle ich mich kurz vor: Mein Name ist Natalie Zwiefka und ich absolviere ein vierwöchiges Praktikum in der Agentur Thoxan. Ich habe Medienpädagogik studiert und interessiere mich für alles, was mit dem Internet zu tun hat. Im Neukunden-Magnet Weblog gebe ich in einer anderen Blogserie bereits Tipps zur Nutzungsfreundlichkeit von Internet-Seiten. Um hier nun Ideen und Vorteile eines Internet-Auftritts für Glaubensgemeinschaften vorstellen zu können, musste ich mich (aufgrund meines nicht-kirchlichen Backrounds) erst einmal gründlich in die Materie einarbeiten. Ich lasse Euch nun an meinen Erkenntnissen teilhaben und hoffe, Ihr könnt etwas davon mitnehmen.

Blogserie: Kirchengemeinden ins Netz!

In Zeiten, in denen nahezu alle Altersgruppen im Internet unterwegs sind und von den zahlreichen Möglichkeiten Gebrauch machen, sollte sich auch die Kirche dieses neue Medium nutzen. Durch die Vielfalt von Anwendungsmöglichkeiten im Cyberspace ergeben sich zusätzliche und vor allem auch kostengünstige Serviceleistungen. Nicht zu vergessen der Imagegewinn und der moderne Touch Eurer Gemeinde, wenn Sie nun weltweit online zu erreichen sind. Mit einem Eintrag in (christliche) Suchmaschinen kann der Online-Auftritt dann auch von einer Vielzahl interessierter Internet-Nutzer gefunden werden.

Im Wesentlichen ergeben sich 3 Aspekte, wenn Ihr mit Eurer Gemeinde online geht:

  • Vorstellung von Gemeinde und Mitarbeitern und Bereitstellung allgemeiner Informationen zum Thema Kirche und Glauben
  • Erleichterung interner Arbeiten der Kirche(ngemeinde)
  • Kommunikation und Interaktion der Nutzer des Angebotes untereinander und mit der Kirche

Die Kirche beschäftigt sich vor allem mit der Beantwortung von Glaubens- und Lebensfragen der Menschen. Die „virtuelle Kirche“ kann zu den Menschen gelangen, die eher schwierig erreicht werden (können), beispielsweise aufgrund von Krankheit, Unsicherheit oder auch Zeitmangel. Überzeugt doch die Menschen davon, dass Kirche auch modern sein kann, ohne dass ihre Arbeit dadurch an Qualität verliert.

Denn: Gott ist nicht nur in der Kirche anzutreffen, sondern überall dort wo sich Menschen mit ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen aufhalten. Und in Zeiten zunehmender Verbreitung der Neuen Medien besteht eben auch dort Bedarf und Potential, was nicht ignoriert werden sollte. Die Nutzung der kommunikativen Möglichkeiten des Internets befördert dabei den Dialog mit und unter den Menschen.

Im Grunde solltet Ihr Euch nicht fragen, ob sich ein Online-Auftritt lohnt, sondern eher wie er am effektivsten umgesetzt werden kann. In dieser Blogserie möchte ich die Vorteile für die Gemeindemitglieder und auch die Gemeindearbeit aufzeigen. Die Kategorien sollen dabei nicht als feststehend verstanden werden, sondern lediglich der Veranschaulichung dienen. Denn schließlich seid Ihr Eurer Gemeinde am Nächsten und kennt deren Bedürfnisse.

Hier eine Übersicht über die geplanten Beiträge:

  • www – meine Gemeinde – de
  • Kinder entdecken die Kirche online
  • Generation @ betet online
  • Frauen und Männer in der virtuellen Kirche

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Ich will leben!

Ichwillleben.eu 

Mit der Online-Community “ichwillleben.eu” geht das christliche Medienzentrum “Stimme der Hoffnung” einen großen Schritt in Richtung Web 2.0. Grund genug, diese Plattform und den Mann hinter den Kulissen, Klaus Popa, im iChurch-Weblog vorzustellen. 

Klaus PopaKlaus, bitte stell Dich zunächst kurz vor!

Seitdem ich ein kleiner Junge war, wollte ich entweder Künstler oder Prediger werden. Nach dem Abitur habe ich in München Grafik- und Kommunikations-Design studiert und dort als Designer gearbeitet. Danach habe ich in Österreich, England und Holland Theologie studiert. Ergänzend habe ich eine Ausbildung in Christlicher Seelsorge und Beratung gemacht. Nach dem Theologie-Studium habe ich in der Kirchengemeinde Marienhöhe in Darmstadt und bei der Stimme der Hoffnung, dem Medienzentrum der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, das einjährige Predigerpraktikum gemacht. Momentan bin ich beim Medienzentrum verantwortlich für den Bereich Mission und Neue Medien. Ich entwickle Konzepte zur Nutzung des Internets für Evangelisation. Persönlich interessiere ich mich für Geschichte, Kunst und Design, Architektur, Theologie und Philosophie. Ich liebe den Süden, den Sommer, das Meer, Italien und italienisches Essen. Vor allem aber möchte ich Menschen für ein Leben, wie Gott es für jeden von uns gemeint hat, begeistern.

Ichwilleben.eu ist ja ein Projekt der “Stimme der Hoffnung”, einem christlichen Medienzentrum. Beschreib doch mal kurz, was hinter dieser Idee steckt!

Ichwillleben.eu drückt zunächst einmal eine Überzeugung und eine zutiefst menschliche Sehnsucht aus. Eine Sehnsucht die keine Unterschiede macht. Jeder Mensch will leben. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Kultur, Religion und Zeit. Wir alle wollen leben – deswegen unser Name. Ganz praktisch ist ichwillleben.eu eine Community, eine Ansammlung junger Menschen, die ihr Leben als eine Reise betrachten. Wir wissen, dass wir Teil einer Geschichte sind, Gottes Geschichte mit dem Menschen, ja mit jedem einzelnen von uns. Diese Geschichte, die vor langer Zeit ihren Anfang nahm, gilt es zu entdecken, zu leben und zu begreifen. Das Annehmen dieser Geschichte erhebt jeden einzelnen Menschen aus einer sinnlosen, unpersönlichen Zufälligkeit in ein sinnvolles und bedeutendes Leben hinein. Deswegen erzählen wir von dieser Geschichte und auch von unserer eigenen Reise, unseren guten und schlechten Erfahrungen, unserem persönlichen Glauben und unserem Alltag. Wir sind davon überzeugt, dass wenn sich viele einzelne Wege kreuzen, und wir gemeinsam die Reise antreten, dann stehen uns große Abenteuer bevor. Darauf freuen wir uns.

Welche Features bietet Euer Portal und wie unterscheidet es sich von anderen Communities?

Ich weiß nicht, ob wir uns von den anderen Communities unterscheiden, ich kenne sie auch nicht alle. Entscheidend ist uns nicht so sehr, ob wir uns unterscheiden. Wir wollen auch nicht mir den großen Communities konkurrieren. Das könnten wir auch nicht, dafür fehlen uns die Mittel. Sondern uns ist wichtig, dass wir eine Plattform aufbauen, die unserer Community alle notwendigen Tools zur Verfügung stellt, um erstens die Geschichte Gottes mit dem Menschen zu entdecken und zweitens über ihre eigene Reise zu erzählen. Das ehrliche, schonungslose und existentielle Erleben, Besprechen und Teilen der Wirklichkeit, das interessiert uns. Das soll durch Gespräche, Texte, Bildern, Videos, Animationen, Sounds und vielfältigen Aktionen und Events usw. geschehen. Wenn wir dieses Ziel erreichen, dann werden wir dankbar und zufrieden sein.
Im Bereich “das Leben” haben wir mit der gemeinsam Reise in die uns fremde und unbekannte Welt, in die Zeit des Anfangs, begonnen. Dort können die User sich Videos anschauen und kommentieren. Vor allem können die in einem wiki-Bibel-Kommentar über die Texte diskutieren.
Im Bereich “mein Leben” können sie die persönlichen Erfahrungen und Gedanken anderer User lesen und ihre eigenen veröffentlichen. Sie können Gebetsanliegen zuschicken. Und sie können über ihre Sorgen sprechen. Ihnen wird zugehört und sie können in ihrer Not Rat und Hilfe erhalten. 

“Kirche geht Web 2.0″ – bei Ichwilleben.eu spürt man das! Welche Vorteile bietet das Mitmach-Netz für die Kirche?

Im Kern des christlichen Glaubens stehen Beziehungen – die Beziehung zwischen Mensch und Gott und die Beziehung zwischen Mensch und Mitmensch. Das Internet der Anfangszeit war aufgrund vielerlei Faktoren hauptsächlich ein Informationsmedium. Der User hatte die Möglichkeit, sich die vielfältigsten Informationen zu jeder von ihm gewünschten Zeit zu besorgen. Auch Kirchengemeinden haben sich durch eigene Websites im Internet vorgestellt, über Veranstaltungen und Programme informiert und es für Mitglieder als auch für am Glauben interessierte Menschen leichter gemacht, ihre Mitarbeiter zu erreichen. Das war ein riesen Fortschritt. Dennoch blieb es oft bei einer Oneway-Kommunikation d.h. man kommunizierte nur in eine Richtung – vom Betreiber der Webseite zum User und nicht umgekehrt.
Das Web 2.0 ermöglicht einen Austausch in beiden Richtungen. Nicht nur der Betreiber der Website, z.B. eine Kirchengemeinde, informiert, sondern auch der User hat eine Stimme. Und von dieser Stimme macht er Gebrauch. Er kommentiert die Inhalte einer Webseite. Er schafft selbst Inhalte – hier denke ich an das viel gebrauchte Wort „user generated content“. Er bringt sich ein. Somit werden beide Kommunikationspartner sichtbar, sie begegnen sich als Gegenüber. Es kommt zum Austausch. Beziehungen werden aufgebaut. Dadurch entsteht Community. Das Ziel des Christentums ist nicht die Weitervermittlung von Informationen, sondern das Ermöglichen von Beziehungen. Beziehungen sind Ziel des Lebens. Das Web 2.0 fördert Beziehungen, deswegen ist diese Entwicklung so wertvoll.

Was sind zur Zeit Eure Herausforderungen?

Unsere Vision für die ichwillleben-Community ist größer, als unsere momentanen Möglichkeiten sie umzusetzen. Unser kleines Team steckt voller Ideen und Konzepte. Jeder im Team ist begeistert vom Gedanken an der Entstehung einer Community zu arbeiten, die sich ehrlich, schonungslos und existentiell mit dem Leben auseinandersetzt und dies auch zum Ausdruck bringt. Deswegen werden wir alles in unsere Macht Stehende tun, dass unsere Vision Wirklichkeit wird. Die größte Herausforderung ist jedoch die Zeit. Es geht uns zu langsam. Die Kapazitäten unseres kleinen Teams sind leider begrenzt. Wie gern hätten wir noch mehr Stunden am Tag zur Verfügung. Wenn wir jedoch mehr Mitarbeiter und mehr finanzielle Mittel hätten, dann könnten wir schneller sein. Zur Zeit arbeiten wir mit einem ganz geringen Budget. Eigentlich versuchen wir, ohne Steine eine Kathedrale zu bauen. Dennoch glauben wir daran, dass es möglich ist.
Wenn man kein Geld hat, um sich das für den Bau notwendige Material zu kaufen, dann braucht man Menschen. Wenn viele Menschen einen Stein bringen, dann können wir die Kathedrale bauen. Deswegen brauchen wir Mitarbeiter in den verschiedensten Bereichen, z.B. Wortredaktion, Bildredaktion, Marketing, Programmierung. Die Motivation unserer Mitarbeiter ist nicht das Geld, sondern das Wissen darum, dass die „Kathedrale“, d.h. die Community an der wir bauen, ein Ort der Begegnung und der Anbetung sein wird. Und unser Team wächst. In den verschiedenen Bereichen kommen neue Mitarbeiter hinzu, die sich von unserer Vision anstecken lassen. Dafür sind wir sehr dankbar.

Was habt Ihr für die Zukunft an Funktionen noch geplant?

Für den Bereich “das Leben” planen wir den Ausbau der Reihe „die Geschichte“. Die Episode „der Anfang“ fertig gestellt und die anderen Episoden werden folgen. Außerdem wollen wir das Themenfeld „Glaube und Wissen“ angehen und aufbauen.
Für den Bereich “mein Leben”  planen wir Foto-, Video-, Audio-Upload, einfache Kommentar-Möglichkeiten der einzelnen Beiträge, Foren und Social-Network Funktionen. Die User können ihre  persönlichen Geschichte und Erlebnisse vielfältig und einfach mit anderen teilen.
Mit dem Bereich “Leben jetzt” wollen wir recht bald online gehen. Dort werden ganz praktische Themen aus unserem Leben hier und jetzt angesprochen, Themen, die junge Menschen interessieren. In diesem Bereich wird es Blogs von interessanten Menschen geben, die ihren persönlichen Glauben und ihre Erfahrungen mit der Community teilen. Auf diesen Teil freue ich mich sehr, denn ich bin überzeugt, dass Glaube in einer persönlich mitgeteilten Form sehr viel Kraft entfaltet. Auch der Aspekt des Community-Service wird beachtet werden. Wir wollen nicht nur uns selbst im Blick haben, sondern auch unsere Umwelt.

Noch ein Wort zum Schluss?

Manchmal sitzen wir als Team zusammen und wir fragen uns wie wir das alles schaffen werden. Aber dann denken wir darüber nach, warum wir uns für dieses Projekt entschieden haben. Wir wissen, dass es gut ist, wenn der Mensch Gott
begegnet. Es entsteht Leben. Wir haben es selbst erlebt. Es ist gut, wenn Menschen einander begegnen. Es entsteht Sinn. Wir haben es selbst erlebt. Deswegen bringen wir uns in diesem Projekt ein. Wenn du dich unserer Reise anschließen möchtest, dann komm auf uns zu!

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Marketing demütigt

Der sechste und letzte Teil der Marketing-Serie auf Basis des Chancen-Artikels von Simon de Vries steht an. Ich werde fast ein wenig wehmütig, dass diese Serie nun vorbei geht und ich hoffe, dass ich einige Aspekte aufzeigen konnte, wieso auch die Kirche Marketing nötig hat und welche Beziehungen es zwischen Marketing und Web 2.0 im kirchlichen Bereich gibt. Heute nun steht die Demut auf dem Programm, ein schwieriges, aber zugleich ganz wichtiges Thema. Zunächst Simons Abschnitt:

Letztlich macht Marketing uns selbst bewusst, dass gegenwärtige Formen von Kirche nicht für die Ewigkeit sind. Die Kirche Jesu Christi ist nicht ersetzbar, aber die Volkskirche als Unternehmen ist es. Als Volkskirche sind wir eine Erscheinungsform von Kirche in einer bestimmten Zeit unter bestimmten Umständen mit all den guten und schlechten Aspekten, die das mit sich bringt.

Ich möchte in meiner Betrachtung nicht auf den Aspekt der Volkskirche eingehen. Ich engagiere mich selbst in einer modernen Freikirche und kenne mich mit den Sorgen und Nöten der Landeskirchen nicht gut genug aus, um mir da ein Urteil zu erlauben. Was mir aber aus dem Zitat wichtig ist, kommt im Teilsatz “dass gegenwärtige Formen von Kirche nicht für die Ewigkeit sind” zum Tragen – und das bezieht sich auf alle Ausprägungen christlicher Kirchen. Ich bin davon überzeugt, dass Marketing immer wieder die Neu-Ausrichtung (“Fokussierung”) auf die eigenen Werte, Verhaltensweisen und letztlich auch auf Formen beinhaltet. Menschen verändern sich. In Bezug auf Internet und Web 2.0 wieder drei Gedanken dazu:

  1. In meinen Augen ist das Internet nicht nur eine Modeerscheinung, sondern es hat in nicht einmal zehn Jahren unseren Alltag so radikal verändert, vereinfach, verschlimmbessert, verschoben, verwirrt oder ver______ (setz hier einfach ein Wort Deiner Wahl ein!), so dass es aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Davor kann sich die Kirche einfach nicht verschließen. Die Menschen werden mit ihren Füßen entscheiden, wie sie auf Kirche reagieren, die das Internet ignoriert.
  2. Web 2.0, Podcasts, Videocast, Weblogs, User-generated-Dingsbums. Schlagworte hin oder her. Zur Zeit sind das die angesagten Trends. Aber in meinen Augen auch nur “zur Zeit”. Ich weiß nicht, was Web 3.0, Web 4.0 oder Web 27.0 uns in Zukunft noch bringen. Der Slogan für iChurch kann sich ändern. “Kirche geht Web 27.0″ – meinetwegen. Hier beginnt die Demut. Mich selbst nicht so wichtig nehmen. Veränderung zulassen. Zöpfe abschneiden, wenn sie sich starr vor Schmutz nicht mehr kämmen lassen. Auf die Kirche bezogen bedeutet das: Trends erkennen, nicht um der Trends willen, sondern um der Menschen willen, die sie erreichen will.
  3. Demut im Web 2.0 hat aber nicht nur mit Menschen zu tun. Veränderung ist nicht nur ein Thema im Sinne des “sich besser Verkaufens”. Demut bedeutet für mich in diesem Zusammenhang auch, dass jeder Einsatz im Internet zur Ehre Gottes geschieht. Professionelle Internetseiten sind nicht dazu da, um zu zeigen, was wir für tolle Hechte sind. Mein Haus, mein Auto, mein Weblog… Wer hat das schickste Layout und wer kennt beim Barcamp die meisten christlichen Blogger? – Alles vollkommen unwichtig! Demut beginnt da, wo der eigene Stolz auf die Leistung nachlässt. In diesem Sinne: Bloggt, was das Zeug hält, aber vergesst nicht, für wen Ihr bloggt.

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Marketing erleichtert Arbeit für Gott

Im fünften Teil der Marketing-Serie auf Basis des Chancen-Artikels von Simon de Vries zeige ich, welche kirchliches Marketing nicht nur in Hinblick auf Internet und Web 2.o bietet, wenn es um die Arbeit für das Reich Gottes geht. Zunächst wieder als Zitat der Abschnitt aus Simons Artikel:

Der Schritt der Prozessorientierung hilft bei der Optimierung aller Abläufe. Intendiert ist eine Beschleunigung der Prozesse und gelungene Zusammenarbeit an Schnittstellen und wer wollte behaupten, dass Kirche davon nicht ein wenig mehr gebrauchen könnte. Wenn Energien, Zeit und Geld an bestimmten Stellen gespart werden können, dann kann dies nur dem Reich Gottes dienen. Nur ein Beispiel wäre der Bereich der Diakonie und die Frage, wie Kirche effektiv und unbürokratisch zum Nächsten werden kann, wenn andere Institutionen versagen.

Im Grunde beschreibt Simon hier einen positiven “Nebeneffekt” von Marketing: Das sich beschäftigen mit den Kernfragen (Wer bin ich? Wen will ich erreichen? Wie will ich erreichen?) führt zwangsläufig immer zu einer gesunden Analyse von Strukturen, Abläufen und Prozessen. Wer über Marketing nachdenkt, denkt immer auch über Optimierung nach. Bezogen auf Internet und Web 2.0 möchte ich wieder drei Faktoren ableiten:

  1. Web 2.0 vernetzt Menschen. Wo früher passive Konsumentenhaltung (wieso erinnert mich das so sehr an “typische” Gottesdienste?) herrschte, beginnt jetzt der aktive Austausch, das sich Annähern. Und – was mich besonders freut – nicht nur zwischen Christen, sondern mit allen Menschen. Im (anonymen) Internet kann jeder die Schwelle zur Kirche übertreten, ohne schief angeschaut zu werden oder gekuschelt zu werden.
  2. Neue Funktionen im Internet bauen Bürokratie ab. Informationen stehen rund um die Uhr für jeden zur Verfügung, Kontakt kann über Formulare, Wikis oder Weblogs von jedem auch außerhalb von Sprechzeiten im Gemeindebüro aufgenommen werden. Auch in diesem Bereich sinkt die “formale Schwelle” auf ein Minimum und Kirche wird attraktiv durch Bürokratie-Verlust.
  3. Die Geschwindigkeit für Routine-Aufgaben erhöht sich. Die Zeit zum Erstellen und Verteilen eines gedruckten Gemeindebriefs könnte gespart und für Arbeit mit Jugendlichen eingesetzt werden, wenn die Informationen per Email-Newsletter verschickt oder auf der Website zentral veröffentlicht werden. Fotos vom letzten Gemeindefest müssen nicht für alle auf CD gebrannt werden, sondern können bei Flickr oder einer eigenen Bildergalerie zum Download angeboten werden. Vor allem: Diese Aufgaben können auch (in meinen Augen sogar viel besser!) von Laien-Gliedern wahrgenommen werden, so dass Pastoren, Seelsorger, Diakone und andere Vollzeit’ler ihren eigentlichen Aufgaben nachgehen können, in denen sie echte Stärken besitzen.

Im sechsten und letzten Teil schreibe ich über das Thema “Marketing demütigt”. Bis dahin freue ich mich, von Euch zu lesen!

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Christliche Icons – kostenloser Download

Christliche Icons

Hallo zusammen. Diesmal beschwer ich mich nicht über schlecht gemachte Internetseiten oder ähnliches, sondern habe etwas für euch. Auch weil es hier in letzter Zeit eher still war, haben Thomas und ich uns überlegt, dieses kleine Iconset zu erstellen. Angefangen mit 10 Icons soll es natürlich noch wachsen und ich werde – hoffentlich mit Eurer Unterstützung – noch weitere Icons anfertigen. Vorschläge könnt ihr mir gerne per Mail senden oder einfach in die Kommentare posten.

UPDATE:

Erstmal Danke für die vielen Kommentare – freut mich, wenn die Icons so gut ankommen. Deshalb auch direkt das nächste Update mit sechs neuen Kreuzen. Diesmal liegen alle Icons zudem im GIF-Format mit transparentem Hintergrund vor (für diejenigen die kein Photoshop haben bzw. die Icons direkt nutzen wollen). Die anderen Iconwünsche (Fische etc.) habe ich natürlich nicht übersehen – die werden beim nächsten Update auch folgen.

Hier der neue Download-Link: Christliche Icons

Viel Spaß damit – lasst uns bei Gelegenheit wissen, wo ihr sie einsetzt. Und wie immer: Weitere Icon-Vorschläge sind natürlich willkommen.

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Psssssssssssssssssssstttttttttt!

Alle mal ganz leise sein! Hört Ihr die Stille hier im iChurch-Weblog? Es ist ruhig geworden in den vergangenen Tagen. Viele Projekte in meiner Agentur lassen mir derzeit nicht die Luft für kreative Artikel rund um “Kirche geht Web 2.0″.

Unter anderem setzen wir für die Statt-Kirche in Darmstadt gerade eine neue Internetseite um, die rechtzeitig zum ersten Programm fertig werden soll. Die Seite basiert auf WordPress und wurde mit einem individuellen Layout passend zum Corporate Design umgesetzt.

Statt-Kirche Darmstadt

Bitte habt ein paar Tage Geduld, bis ich wieder regelmäßig hier aktiv sein kann. Bis dahin nutzt doch die Gelegenheit und stöbert in einigen alten Artikeln. Und wer sich zu sehr langweilt, darf als Gast-Autor einen eigenen Beitrag zum Themengebiet Kirche & Web 2.0 schicken, den ich dann gerne hier veröffentliche. Kurze Email an Info(at)iChurch(Punkt)de genügt!

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Marketing kann zum Charisma werden

Im vierten Teil meiner Marketing-Serie auf Basis des Chancen-Artikels von Simon de Vries möchte ich wieder einige Aspekte in Hinblick auf Internet und Web 2.0 betrachten. Simon erläutert, was Marketing mit Charisma, das heißt einer von Gott geschenkten (Geistes-)Gabe, zu tun hat:

Marketing kann zum Partner der Kirche werden, darf sich aber nicht verselbständigen. Wie jede menschliche Kunst kann auch das Marketing zum Instrument menschlicher Auflehnung gegen Gott werden. Ebensogut kann es aber auch als Charisma von Gott in Anspruch genommen werden. Dabei kommt dem Malen von Zukunfts- und Leitbildern durch visionäre Leiter/innen eine besonders Aufgabe zu. Die Kommunikation von Leitbildern und das Erzählen von Geschichten führt zu einer Veränderung der leitenden Bilder. Erneuerung beginnt mit der Erneuerung der Symbole. Heilung des Lebens beginnt mit der Heilung der Bilder.

Ich möchte auch aus diesem Zitat drei wesentliche Kernelemente herausziehen und in Bezug zur Kirche im Web 2.0 setzen:

  1. Ich bin überzeugt davon, dass alles (!) zum Instrument menschlicher Auflehnung gegen Gott werden kann. Sei es ein Apfel, ein gut gemeinter Rat oder sogar das Lesen in der Bibel. Schon die frommen Pharisäer mussten sich damit konfrontiert sehen. Ebenso können Marketing, können Internet & Co. oder das viel gepriesene Mitmach-Netz “Web 2.0″ eher schädlich als nützlich sein. Ich halte es da gerne mit dem Vers “Prüfet alles, das Gute behaltet!” und betone lieber die Stärken als die Schwächen – so wie Simon es ja auch ausdrückt, indem er sagt, dass Marketing auch als Charisma von Gott in Anspruch genommen werden kann.
  2. Marketing besteht nicht nur aus bunten Bildern, aus kreativen Werbeformen und Corporate Dingsbums. Es ist ein sich besinnen auf das unternehmerische Leitbild, ein Ausrichten auf den Markt/die Zielgruppe, ein Verständnis von den Menschen, die als (neue) Kunden zu erreichen sind. Die Einrichtung einer Website ist ebenfalls kein 0815-Baukasten-Experiment, sondern beinhaltet Grundzüge aus eben diesem Verständnis von Marketing. (Visionäre) Leiter Schrägstrich Webmaster sind gefragt, die Gemeinden aufmalen, wie eine Internetseite Menschen erreicht. Webmaster, die eine Ahnung davon haben, wozu eine kirchliche Web 2.0-Bewegung in der Lage ist.
  3. Stichwort Erneuerung. Keine alten Zöpfe, nur weil früher immer mit NetObjects-Fusion oder Frontpage gearbeitet wurde. Schwester Müller arbeitet nun schon seit fünf Jahren an der alten Gemeinde-Homepage. Wer misst den Erfolg? Wer misst die Besucherzahlen? Wer fragt, wie Menschen die Kirchen-Website sehen? Web 2.0 ist radikal, weil es den Besuchern die Möglichkeit gibt, direkt Stellung zu beziehen. “Nur meine Meinung zählt” gilt hier nicht mehr. In diesem Sinne: Was ist Deine Meinung?

Im fünften Teil widme ich mich dem Thema “Marketing erleichtert die Arbeit für das Reich Gottes”. Bis dahin freue ich mich, von Euch zu lesen!

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Kirche 2.0

Immer mehr Menschen halten Kirche für nicht mehr aktuell. Ich bin Thomas Kilian, Leiter der Werbeagentur Thoxan in Ostwestfalen. Durch mein kirchliches Engagement weiß ich, wie wichtig es für eine Gemeinde ist, mit der Zeit zu gehen.

Thomas Kilian

Deshalb habe ich das iChurch-Projekt gestartet. Ich möchte Kirchen und Organisationen dabei helfen, die Möglichkeiten der Neuen Medien erfolgreich zu nutzen.

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iChurch - Kirche geht Web 2.0

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