Die Weihnachtsgeschichte 2.0

Wie wäre Weihnachten wohl in Zeiten von Facebook, Twitter & Co. abgelaufen? Auf diesem Wege wünschen wir allen iChurch-Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2011!

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Die Umkehr des Klingelbeutel-Prinzips

Das ist doch mal eine tolle Marketing-Aktion: Die Watermark Community Churchübrigens: tolle Internetseite! – aus Dallas (Texas, USA) hat im Dezember 2005 insgesamt 30.000 $ an Besucher des Gottesdienstes verschenkt. Jeder Teilnehmer erhielt einen Umschlag mit unterschiedlichen Beträgen zwischen 5 und 1000 $. Einzige Bedingung: Die Empfänger sollten das Geld zur Ehre Gottes nutzen und die Nachricht von Jesus Christus verbreiten.

Pastor Todd Wagner beschrieb die Aktion als eine Möglichkeit, das Gleichnis von den Talenten (Mt. 25, 14-30) in die Tat umzusetzen:

Some of the money helped build a well in Africa. Some bought Christmas presents for the suffering and needy. Each attendee was entrusted with the responsibility to be a good steward of what they were given.

[via churchrelevance]

So eine Aktion erfordert neben dem nötigen Kleingeld in der Gemeindekasse natürlich Vertrauen zu den Gemeindegliedern, setzt dann aber ungeheure Energie frei. Was ich besonders spannend finde, sind die folgenden drei Punkte.

  1. Die Höhe des Geldbetrags in meinem Umschlag ist zunächst unbekannt. Ob ich fünf oder 1000 Dollar zur Verfügung habe, sehe ich erst, wenn ich den Umschlag öffne. So schenkt auch Gott verschiedene Gaben, egal ob ich ein großer Leiter, ein feuriger Evangelist oder ein Helfer im Reinigungsteam bin, – Gott schätzt mich als Person wert, nicht meine Leistung.
  2. Jeder Empfänger kann selbst entscheiden, was er mit seinem Geldbetrag zur Ehre Gottes tut. Es ist ein exzellenter Vergleich zu den Gaben, die Gott uns schenkt. Wir stehen selbst in der Verantwortung, diese Gaben nach unseren Vorlieben auszuleben. So kann ein Leiter sowohl die Kinderarbeit, als auch die Seniorengruppe koordinieren oder die Finanzen unter seine Fittiche nehmen.
  3. Die Verantwortung zur Verwendung des Geldes wird von wenigen (Gemeindeleitung) auf viele (alle Gemeindeglieder) übertragen: So kann sich die Wirkung multiplizieren. Außerdem identifiziert sich jeder mit der Aktion, weil er konkret sehen kann, was mit seinem Anteil erreicht wurde.

Natürlich hat die “Umkehr des Klingelbeutel-Prinzips” auch für positive Außenwerbung gesorgt. Wo gibt es schon eine Kirche, die nicht sammelt, sondern Geld verschenkt? Das war der Presse auf jeden Fall eine Nachricht wert. Weiterführen könnte die Gemeinde die Aktion z.B. durch die Einrichtung eines Weblogs, wo über einzelne Verwendungen des Geldes berichtet wird oder durch kurze Videoclips von Projekten, denen das Geld zu Gute kommt. So würde die Multiplikation sich noch weiter fortsetzen.

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Umarmen und umarmen lassen 2.0

Bei Schrotty habe ich schon vor ein paar Tagen diese bemerkenswerte Straßenaktion gefunden:

Ich selbst möchte nicht von Wildfremden umarmt werden. Das ist mir zu nah und bleibt meinen Freunden und meiner Familie vorbehalten. Ich stehe nicht auf Gruppenkuscheln! Aber ich finde es erstaunlich, wie sehr sich viele Passanten – nach anfänglichem Zögern – über eine Umarmung freuen. Was kostet schon eine Umarmung?

Viele Menschen sehnen sich nach menschlicher Wärme, nach Zuneigung, nach Angenommen-Sein, nach Aufmerksamkeit, nach Respekt. Hatte vor einiger Zeit ja schon die Bionade-Aktionen hier vorgestellt. Vielleicht gibt es ja ähnliche Aktionen auch online? “Umarmen 2.0” sozusagen. Erste Ideen hätte ich schon:

  • Fremden Webmastern eine nette Grußbotschaft per Email schicken und ihnen für ihren Einsatz danken
  • Für jemanden eine Microsite oder ein tumblelog einrichten
  • Ein Ständchen als Podcast aufnehmen und bei iTunes veröffentlichen
  • Für eine Kirchengemeinde ein neues Layout gestalten, auf CD brennen und als Geschenk verschicken
  • Bei einer Veranstaltung Fotos schießen und diese als Flickr-Galerie veröffentlichen, um dem Veranstalter eine Freude zu machen
  • (…)

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Service-Aktionen für eine bessere Welt

Für Nächstenliebe der besondern (nämlich anonymen) Art sorgt der Getränkehersteller BIONADE. Wie der Fischmarkt berichtet, lässt das Unternehmen seinen Werbespots “Stille Taten” folgen. Auf der eigens als Weblog eingerichteten Microsite können Ideen für anonyme Service-Aktionen veröffentlicht und kommentiert werden.

Eine ähnliche Aktion haben wir vor Jahren mit einem christlichen Jugendprojekt durchgeführt: “Wahllose Freundlichkeit” sorgte bei überraschten Passanten für erstaunte, aber in der Regel sehr freudige Gesichter. Ob nun Schaufenster reinigen, Schuhe putzen, Geschenke einpacken oder Rasen mähen – wer anderen selbstlos hilft, erregt in der heutigen Zeit Aufmerksamkeit. Ein Prinzip, das auch BIONADE für seine Öffentlichkeitsarbeit benutzt und damit gekonnt sein Image steigert. Respekt!

Bei Servant Evangelism (“Dienende Evangelisation”) stehen übrigens noch mehr Ideen, um sich in praktischer Nächstenliebe auszutoben.

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Kirche 2.0

Immer mehr Menschen halten Kirche für nicht mehr aktuell. Ich bin Thomas Kilian, Leiter der Werbeagentur Thoxan in Ostwestfalen. Durch mein kirchliches Engagement weiß ich, wie wichtig es für eine Gemeinde ist, mit der Zeit zu gehen.

Thomas Kilian

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