Christival nutzt Neue Medien richtig!

Christival 2008 in Bremen

Der heutige Artikel freut mich ganz besonders. Nachdem ich mich vor einigen Monaten über die Website des Christivals ausgelassen habe, ist eine Menge passiert. Schuld daran ist unter anderem Michael Geißler, 20 Jahre jung und mitverantwortlich für einen umfassenden Relaunch der Christival Website. Michael kommt ursprünglich aus Mittelfranken, hat im Frühjahr sein Abi gemacht und ist seit 1. August im Rahmen eines FSJ beim Christival e.V. in Marburg.

Michael hat mir verraten, dass er bei seiner Arbeit auch von meinem Artikel im iChurch-Blog profitiert hat, da er die Verantwortlichen etwas empfindsamer für das Thema Website gemacht hat und sich dadurch einige Ideen für die Website gut umsetzen ließen, was mich total freut. Im Email-Interview gibt er uns einen weiteren Einblick in die Hintergründe und Absichten, die hinter dem Redesign der Christival Homepage stehen.

Michael, erzähl doch zunächst noch ein wenig über Dich!

Mit zwölf Jahren habe ich mein erstes Exemplar der Bildbearbeitungssoftware Photoshop (damals noch Version 5.5) in die Finger bekommen und mich seitdem stets mit der Materie Webdesign befasst. Die letzten drei Jahre habe ich neben meiner Schulausbildung für eine Werbe- und Eventagentur und obendrein noch freiberuflich im Bereich Mediengestaltung gearbeitet. Neben meinem Mac und meiner DSLR gehören Badehose, Schwimmbrille und das Trikot des 1. FC Nürnberg zu meinen besten Freunden. Noch weiß ich nicht ganz genau, was ich nach meinem Jahr beim Christival machen werde; am liebsten würde ich ein duales Studium beginnen, aber leider ist das in der Medien- und Werbebranche noch sehr unüblich.

Was genau ist das Christival?

Das Christival ist einer der größten Jugendkongresse Europas und wird inzwischen zum fünften Mal ausgetragen. Nach Essen (1976), Nürnberg (1988), Dresden (1996) und Kassel (2002) erwarten wir vom 30.04. bist zum 04.05.2008 über 20.000 junge Christen in Bremen. Die Teilnehmer können sich ihr eigenes Programm weitestgehend selbst zusammenstellen, bei 16 Bibelarbeiten am Morgen, 250 Seminaren, Foren und Workshops am Nachmittag, 11 Festivals am Abend und unzähligen Angeboten im Nachtprogramm sollte sich für jeden Geschmack etwas finden. Nebenbei wird es das ganze Christival über Angebote im sportlichen, im missionarischen und im seelsorgerlichen Bereich geben und an drei Abenden werden alle Teilnehmer zu einer zentralen Veranstaltung zusammenkommen.

Dieses Mal wird das Christival unter dem Motto „Jesus bewegt“ stehen und zentrale Inhaltspunkte der Verkündigungen werden die „Ich bin“-Worte Jesu sein. Finanziert wird das Christival hauptsächlich durch die Teilnehmerbeiträge und durch Spenden, organisiert von einem Vorstand, 24 Arbeitskreisen und einer Geschäftsstelle mit meist ehrenamtlich engagierten Christen aus allen Glaubensrichtungen.

Ihr habt pünktlich zur Preview-Veranstaltung Eure neue Website relauncht. Was war Euch dabei besonders wichtig?

Bei der Konzeption der neuen Website wurde uns eine der schönsten Eigenschaften des Christivals zum Verhängnis: Als Kongress junger Christen bringt das Christival Menschen aus allen erdenklichen Gesellschaftsschichten zusammen. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass jede erdenkliche Usergruppe unsere Website besuchen wird. Der medienkompetente Jugendliche, der morgens vor der Kaffemaschine erst den Bildschirm einschaltet, wird unser Angebot genauso besuchen wie die besorgte Mutter, die sich ein Urteil darüber bilden möchte, ob sie ihr Kind mit der Jugendgruppe nach Bremen schicken kann. Da die Anmeldung zum Christival dieses Mal ausschließlich über das Web möglich ist, wird jeder der Teilnehmer mindestens einmal auf christival.de landen, ganz egal wie häufig er im Internet unterwegs ist und wie geübt er im Umgang mit dem Medium Web ist.

Die Kunst bestand also darin, ein jugendgerechtes, modernes Erscheinungsbild ins Web zu transportieren, dabei aber eine sehr hohe, intuitive Usability zu erzielen. Gleichzeitig wollen wir natürlich mit der Zeit gehen und der Usergruppe, die das Web 2.0 lebt, auch Raum und Angebote bieten. Das durfte aber nicht zu Lasten der Bedienfreundlichkeit der Website, also zum Nachteil derer User, die nicht gewandt im Umgang mit dem Web sind geschehen.

Und zu guter Letzt mussten wir sehr sorgfältig sondieren, was sinnvoll ist. Ich hätte gerne eine Community aufgebaut, den social networking Aspekt genutzt. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass das Christival eigentlich ein fünftägiges Event ist und es ab Mitte 2008 dann durchaus wieder 6 Jahre dauern kann, bis ein neues Christival ansteht. Es wäre fast unverantwortlich, eine Community zu bauen, von der man von Beginn an weiß, dass man sie ab Mitte 2008 nicht mehr tragen kann.

Meine Vorwürfe, das Christival nutze die Neuen Medien nur halbherzig, muss ich erfreulicherweise zurücknehmen. Was sind in Deinen Augen die wesentlichen Verbesserungen in Richtung Web 2.0?

Nun, die größte Verbesserung ist zunächst einmal überhaupt die Einbeziehung diverser Web 2.0 Gedanken, denn bisher bestand die Christival Website lediglich aus vielen diktierten Informationen. Mit unseren neuen Angeboten schaffen wir ein Netzwerk und suchen bewusst die Nähe zu den Menschen. Mit dem Web 2.0 wird das Internet viel persönlicher. Durch Webblogs etwa rücken private Dinge ins Öffentliche, zwischen User und Publisher entsteht unbewusst fast so etwas wie eine emotionale Bindung. Das ist die große Chance für unser Event: Wir können kommunizieren, dass wir als Team gemeinsam mit vielen anderen Christen in Deutschland auf dem Weg sind und im Vorfeld Identifikation mit unserer Veranstaltung möglich machen. Denn Christival will nicht nur jeden einzelnen in seiner Nachfolge zu Jesus weiter bringen, sondern hat auch die Kraft, Deutschland als ganzes wach zu rütteln und zu verändern.

Das schaffe ich nicht durch eine Website, die ich produziere. Aber ich kann diesen Impuls, der zum Beispiel auch durch die Preview Veranstaltung gestartet wurde, durch Web 2.0-Aktivitäten mittragen und mitgestalten. Wäre doch toll, wenn 20.000 Christen als eine Community nach Bremen fahren.

Mir persönlich gefällt also die Idee des Blog des Geschäftsstellenteams unter http://team.jesusbewegt.de am besten. Durch Kommentare und Gästebucheinträge ist den Usern die Möglichkeit geboten, mit dem Organisationsteam zu interagieren, umgekehrt können wir gut vermitteln, was es für uns bedeudet, diesen Kongress zu planen. Und weil Web 2.0 nicht ohne User generated Content funktioniert, gibt es jesusbewegt.de. Hier werden Jugendliche ganz gezielt dazu motiviert, bereits im Vorfeld Aktionen zum Christival zu starten und von diesen Aktionen zu berichten.

Welche weiteren Funktionen sind noch geplant?

Zum Einen wollen wir in naher Zukunft ein Forum schalten, um den Usern so noch mehr Raum zu bieten. Zum Anderen denken wir über diverse Podcastformate, einen globalen RSS Feed und einen geeigneten Ort für eine Webcam nach. Im Teamblog möchte ich über ein WordPresswidget die aktuelle Playlist eines last.fm Accounts anzeigen lassen, allerdings stehe ich noch in Verhandlung mit Kollegen, die mir einen schlechten Musikgeschmack unterstellen… Insgesamt möchte ich einfach noch viel mehr diesen Gemeinschaftsgedanken stärken. Das Christival will nicht nur einzelne Menschen in ihrer Nachfolge zu Jesu bestärken sondern hat auch die Möglichkeit Deutschland zu verändern.

Außerdem wird man sich bald Gedanken darüber machen, wie denn die Christival Coverage während des Christivals selbst aussehen kann. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit und die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt. Man muss sich also auch immer überlegen, was denn für ein Event, das letztlich nur fünf Tage dauert, auch Sinn macht.

Vor welchen Herausforderungen steht Ihr mit der Website momentan? Wo braucht Ihr Unterstützung?

Seit fast einer Woche scheitere ich nun mehr oder weniger kläglich an einem Webshop für die Merchandise Artikel. Ich habe noch keine wirklich tolle und voll überzeugende OpenSource Lösung gefunden, hier muss man viele Einschränkungen hinnehmen. Insgesamt ist das aber nur noch eine Frage der Zeit, bis auch dieses Feature läuft.

Aktuell merken wir, dass viele Leute unterschiedlichste Probleme mit der Anmeldesoftware haben. Das sind zumeist ganz banale Dinge, die die Porgrammierer einfach nicht bedacht haben, etwa die Zeitdauer der Session IDs oder die Beschriftung diverser Formularfelder. Am dankbarsten sind wir also für Hilfe in Form von konstruktivem Feedback.
Das macht es uns einfacher die Website weiter zu optimieren, denn die Monate mit den richtig großen Zugriffszahlen kommen noch. Momentan kommen auf einen Visit fast 13 Page Impressions, der Besucher hält sich also schon einiges an Zeit auf unserer Website auf. Das ist zum einen ein Lob an unsere Arbeit, ich glaube, wir haben eine sehr übersichtliche und neue Struktur geschaffen. Zum anderen ist damit verbunden aber auch die Herausforderung diese Zahl so hoch zu halten oder sogar noch zu verbessern.

Außerdem steht nach wie vor der Eingangs angesprochene Spagat im Raum. Ich würde gerne noch ein bisschen mehr Nähe zu der Usergruppe wagen, die das Web ohne die 2.0 Komponente schon beinahe gar nicht mehr kennt. Das darf aber eben nicht zu Lasten der Usability geschehen. Außerdem müssen wir sehen, die einzelnen Netzwerkseiten zum Christival besser untereinander zu verknüpfen und insgesamt natürlich darauf achten, dass wir uns nicht zurück lehnen und die Arbeit für getan halten. Es gibt schon noch vieles zu verbessern.

Noch ein Wort zum Schluss?

Nun ja, ich hoffe, dass ihr alle zum Christival kommt und euch vorher die Website gut anseht… 😉 Ich bedanke mich für das Interview und hoffe, dass sich viele Christen aufmachen und die Chancen des Web 2.0 nutzen. An dieser Stelle auch noch einmal ein großes Dankeschön an Herrn Thomas Brand von brand kommunikation, der uns im konzeptionellen und redaktionellen Bereich sehr unterstützt hat. Ferner möchte ich mich bei der CINA für den guten Support rund um Hosting und CMS bedanken.

Michael, vielen Dank für das Interview und Deinen Einsatz für die Websites des Christivals 2008. Respekt für die wirklich gute Arbeit!

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3 Reaktionen zu “Christival nutzt Neue Medien richtig!”

[…] Thomas Kilian, Geschäftsführer der Agentur Thoxan und Herausgeber des Webblogs ichurch.de hat im Rahmen des Relaunch der Christival Website ein Interview mit mir geführt. Eingebettet in einen kleinen Artikel, findet ihr das ganze hier: http://www.ichurch.de/christival-nutzt-neue-medien-richtig/ […]

Michael (16. Oktober 2007, 17:44) Link zum Kommentar

Vielen Dank nochmal für die Möglichkeit des Interviews und dem neuen Artikel.

Grüße aus Marburg,
Michael

Artikel wurde in meinem Blog verlinkt:
http://soulstyled.de/?p=52

[…] und Evangelium in der Postmoderne.” Mittlerweile kann man auch gut zur Homepage verlinken. (Zu anfänglichen Startschwierigkeiten der Internetpräsenz Thomas von ichurch im Interview m…) Keine Kommentare bis jetzt Einen Kommentar hinterlassen RSS Feed für Kommentare zu […]

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