Dem Volx aufs Maul geschaut 2.0

Volxbibel

Dieser Artikel wurde von Finn Facklam verfasst, einem 17-jährigen Schüler, der zur Zeit ein Praktikum in der Agentur Thoxan durchführt.

Was sich unter der „Volxbibel“ verbirgt, möchte ich im Folgenden erklären: Der Begriff setzt sich aus „Volx“, der jugendsprachlichen Schreibweise von „Volks-“ und Bibel zusammen. Diese besondere Version der Heiligen Schrift wurde 2004 vom Gründer der Jesus Freaks, Martin Dreyer, verfasst.

Wer die Jesus Freaks kennt, ahnt vielleicht schon, worin die Besonderheit der Volxbibel liegt: Sie ist eine moderne Version des Neuen Testaments, die im „Jugendjargon“ geschrieben ist. Worte wie „geil“ oder „McDonald’s“ sind dadurch erstmals in einer Bibel vertreten. Wegen der öffentlichen Kritik an der Volxbibel (siehe Pro & Contra bei Wikipedia) zog der R. Brockhaus Verlag sein Angebot zurück, so dass die Volxbibel mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren mit einem eigenen Volxbibel-Verlag als Teil der “Stiftung Christlicher Medien” gedruckt werden musste.

Im Jahr 2006 schlug auch die Volxbibel den Weg ins Web 2.0 ein, indem ein Volxbibel-Wiki erstellt wurde. Dieses Wiki ist ein sehr gutes (wenn auch bislang nur wenig verbreitetes) Beispiel, wie Kirche und Web 2.0 verknüpft werden können.

Im Wiki kann sich jeder Interessierte anmelden und über die Formulierungen des Updates diskutieren. So unterliegt die Volxbibel immer neuen Änderungen und ihre Sprache ist dauerhaft aktuell. Damit nicht jeder einfach irgendetwas Unsinniges dazuschreiben kann, wird jede Änderung vorher von Theologen auf ihre historische Richtigkeit geprüft. Dadurch wird die Volxbibel auch für den Schulunterricht attraktiv, um den Schülerinnen und Schülern einmal auf eine andere Art die Bibel näherzubringen.

Ich finde das Volxbibel-Projekt wirklich gut, weil dadurch mehr Jugendliche zum Lesen der Bibel angeregt werden. Ich habe mir einige Passagen der Bibel durchgelesen, finde die Sprache selbst aber zu krass. Ich bin 17 Jahre alt, aber die Sprache der Volxbibel ist meiner Meinung nach nicht die heutige Sprache der Jugend.

Dennoch: Auch wenn ich diese Sprache selbst nicht benutze, verstehe ich sie in der Volxbibel und kann das Anliegen teilen: Viele jüngere Menschen nehmen am Verfassen der Bibel teil und das Projekt erregt Aufsehen bei Jugendlichen. Sicher soll die extreme Sprache auch bewusst provozieren, die „neue Bibel“ zu lesen. (Finn Facklam)

Nachtrag: Ganz im Sinne von Web 2.0 wurde auch die Cover-Gestaltung von den Usern entschieden. Es gab ein Voting über den Volxbibel-Blog, bei dem ein neuer Entwurf gewonnen hat. Da dieses Vorgehen so einen Anklang gefunden hat, wird es bei den Updates der nächsten Jahre auch wiederholt.

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3 Reaktionen zu “Dem Volx aufs Maul geschaut 2.0”

Martin Dreyer (13. Juni 2007, 12:24) Link zum Kommentar

…übrigens ist jetzt gerade die Volxbibel 2.0 erschienen! In ihr wurden die ersten Vorschläge aus dem Volxbibel Wiki exportiert und übernommen. Meines Wissens, ist das die erste Bibel der Welt (wenn nicht sogar das erste Buch der Welt), was so ein Konzept fährt: Anpassung an Sprache, bearbeitet als Open Source Text über ein Wiki, jeder kann mitmachen und es wird auch gedruckt! Das läuft mir voll gut rein!!!

fono (13. Juni 2007, 22:52) Link zum Kommentar

>Ich bin 17 Jahre alt, aber die Sprache der Volxbibel ist meiner Meinung nach nicht die heutige Sprache der Jugend.

Ich bin 34 und teile deine Meinung. Ich kenne und treffe eine Menge Jugendlicher aus verschieden sozialen Schichten und Gruppierungen und von denen benutzt niemand auch nur ansatzweise eine Sprache wie in der VB. Die VB spiegelt eher eine Art Pseudo-Jugendsprech aus dem Umfeld der Jesus-Freaks. Das ist ja an sich nichts verwerfliches, nur sollten sie es dann ehrlicherweise nicht “Vol(x)ks” und nicht “Bibel” nennen.

Mikra Sena (5. November 2007, 17:15) Link zum Kommentar

Ich finde die Volxbibel voll geil!
Ob das jetzt “Jugendsprache” ist oder nicht, ist doch egal. Hat die Volxbibel dass denn behauptet? Ich meine nicht! Sie wollte eine möglichst einfache Sprache sprechen, die versucht religös christliche Fachwörter zu umschreiben, die ganz einfach zu lesen ist. Und diesen Zweck erfüllt sie total.
Wir lesen die Volxbibel in unserem Jugendzentrum und sind oft echt geflashed, wie gut die Sache reingeht und es macht auch voll Spass die zu lesen.
Und warum darf die Volxbibel nicht “Bibel” heissen, Herr fono? Es gibt doch auch ne Autobibel.

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