Die Umkehr des Klingelbeutel-Prinzips

Das ist doch mal eine tolle Marketing-Aktion: Die Watermark Community Churchübrigens: tolle Internetseite! – aus Dallas (Texas, USA) hat im Dezember 2005 insgesamt 30.000 $ an Besucher des Gottesdienstes verschenkt. Jeder Teilnehmer erhielt einen Umschlag mit unterschiedlichen Beträgen zwischen 5 und 1000 $. Einzige Bedingung: Die Empfänger sollten das Geld zur Ehre Gottes nutzen und die Nachricht von Jesus Christus verbreiten.

Pastor Todd Wagner beschrieb die Aktion als eine Möglichkeit, das Gleichnis von den Talenten (Mt. 25, 14-30) in die Tat umzusetzen:

Some of the money helped build a well in Africa. Some bought Christmas presents for the suffering and needy. Each attendee was entrusted with the responsibility to be a good steward of what they were given.

[via churchrelevance]

So eine Aktion erfordert neben dem nötigen Kleingeld in der Gemeindekasse natürlich Vertrauen zu den Gemeindegliedern, setzt dann aber ungeheure Energie frei. Was ich besonders spannend finde, sind die folgenden drei Punkte.

  1. Die Höhe des Geldbetrags in meinem Umschlag ist zunächst unbekannt. Ob ich fünf oder 1000 Dollar zur Verfügung habe, sehe ich erst, wenn ich den Umschlag öffne. So schenkt auch Gott verschiedene Gaben, egal ob ich ein großer Leiter, ein feuriger Evangelist oder ein Helfer im Reinigungsteam bin, – Gott schätzt mich als Person wert, nicht meine Leistung.
  2. Jeder Empfänger kann selbst entscheiden, was er mit seinem Geldbetrag zur Ehre Gottes tut. Es ist ein exzellenter Vergleich zu den Gaben, die Gott uns schenkt. Wir stehen selbst in der Verantwortung, diese Gaben nach unseren Vorlieben auszuleben. So kann ein Leiter sowohl die Kinderarbeit, als auch die Seniorengruppe koordinieren oder die Finanzen unter seine Fittiche nehmen.
  3. Die Verantwortung zur Verwendung des Geldes wird von wenigen (Gemeindeleitung) auf viele (alle Gemeindeglieder) übertragen: So kann sich die Wirkung multiplizieren. Außerdem identifiziert sich jeder mit der Aktion, weil er konkret sehen kann, was mit seinem Anteil erreicht wurde.

Natürlich hat die „Umkehr des Klingelbeutel-Prinzips“ auch für positive Außenwerbung gesorgt. Wo gibt es schon eine Kirche, die nicht sammelt, sondern Geld verschenkt? Das war der Presse auf jeden Fall eine Nachricht wert. Weiterführen könnte die Gemeinde die Aktion z.B. durch die Einrichtung eines Weblogs, wo über einzelne Verwendungen des Geldes berichtet wird oder durch kurze Videoclips von Projekten, denen das Geld zu Gute kommt. So würde die Multiplikation sich noch weiter fortsetzen.

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2 Reaktionen zu “Die Umkehr des Klingelbeutel-Prinzips”

[…] 24. Januar 2008 Uncategorized Vor kurzem habe ich bei iChurch den Artikel “Die Umkehr des Klingelbeutel-Prinzips” gelesen. Dort wird von einer Aktion der Watermark Community Church berichtet, die während […]

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