Im Marketing sind Menschen wichtig

Dritter Teil meiner Blogserie, die auf einem Artikel von Simon de Vries beruht: Heute geht es um die Chance „Im Marketing sind die Menschen wichtig“ – ein idealer Aufhänger für das Thema „Web 2.0“, das auch als „Mitmach-Netz“ (User Generated Content etc.) betitelt wird. Simon schreibt:

Aus dem Marketing stammen die Schlagwort-Paare “Kundenorientierung statt Anbieterorientierung”, “Bedarfsorientierung statt Produktorientierung” und “Distributionsorientierung statt Kommstruktur”. Für die kirchliche Arbeit ergeben sich Parallelen: Wenn die Menschen der Kirche wichtig sind, muss diese wissen, was Menschen beschäftigt, wie sie leben, wovon sie träumen. Sie muss in der Lebenswelt der Menschen anwesend sein und diese kennen lernen. Wenn es um die Wünsche der Menschen geht, kann Kirche helfen, diese Wünsche zu erfassen und zu formulieren und steht vor der Aufgabe, diese Wünsche noch umfassender zu verstehen als die Menschen selbst es vielleicht können. In all diesem Bemühen um den Menschen, der Gott wichtig ist und der Gemeinde wichtig wird, hört die Gemeinde auf, nur auf ihre eigenen Anliegen und Wünsche zu kreisen.

Simon spricht mir aus der Seele. Vor allem der letzte Satz hat es in sich. Wie häufig kreisen wir nur um uns selbst und sehen nicht die Nöte und Bedürfnisse des Nächsten? Auch hier ergeben sich wieder drei Parallelen zum Thema „Kirche geht Web 2.0“:

  1. Was beschäftigt die Menschen? Wenn ich diese Frage ernst nehme, dann muss Kirche ins Web 2.0! Und zwar aus diesem Grund: Weil Menschen die Funktionen des Web 2.0 nutzen und einen Teil ihres Lebens im Internet verbringen. Wir leben in einer Informations- und Mediengesellschaft. Wer Menschen erreichen möchte, muss die beliebtesten Medien unserer Zeit nutzen. Jesus ist zu den Menschen hingegangen und hat sich nicht im Tempel verkrochen. Wo sind die Online-Seelsorge-Orte? Wo gibt es sie, die Gebetshäuser 2.0? Wo stößt man auf lebendige virtuelle Gemeinschaften?
  2. „Wünsche noch umfassender verstehen“ – kaum zu glauben, dass Kirche Vorreiter sein könnte! Ist es utopisch, dass neue Entwicklungen im Web 2.0, vielleicht gar eine Generation „Web 3.0“ aus den Reihen der Kirchen entsteht? Verfügen Christen nicht über kreative Gaben, über Leidenschaft und Motivation, um Trends zu setzen und Bewegungen hervorzurufen? Beispielhaft finde ich den Einsatz von Kasper Skårhøj aus Dänemark, dem Entwickler des Content Management Systems „Typo3“. Das Passwort für die Installationsroutine ist „Joh316“, ein zentraler Vers aus der Bibel. Nach seiner Motivation befragt, betont Kasper vor allem seine christliche Grundhaltung. Am besten, ich lasse ihn selbst zu Wort kommen:
    „So why did I give TYPO3 away for free? What could make anyone spend 10 years of his life with a reduced income in order to work voluntarily on a piece of software that saves companies millions of EUROs. Well, I guess you have to ask differently. What could make anyone spend 10 years of this life to pursue excellence and perfection, using all his creative power to create a tool that daily helps thousands of people, inspiring people with his attitude and generally having caused a friendly and personal community to arise. The answer is obvious. I believe that the shear experience of all this positive energy can far outweight the feeling of being exploited. But a key catalyst for this view is also that my christian faith tells me two things: 1) Materialism has no lasting value. 2) Whatever my creativity can produce is meant to honor God since he gave me my talent in the first place. For me that translates into the vision of giving my best through TYPO3 to the world.“
    Ich wünschte, dass mehr Christen in den Neuen Medien eine Chance sehen, um exzellente Qualität und Leidenschaft zu geben und anderen zu helfen.
  3. Pastor Meier mag keine Bananenmilch, Schatzmeisterin Schneider isst nicht so gerne Schokolade und Hausmeister Müller ärgert sich jedes Mal über das blaue-weiße Logo der Kirchengemeinde. Wie viel Zeit vergeuden wir in endlosen Diskussionen über Geschmack, Lebens- und Frömmigkeitsstile? Wer die Menschen im Blick hat, kreist nicht mehr nur um sich selbst, sondern geht auf ihre Bedürfnisse ein. Wie viele kirchliche Web-Projekte verlaufen im Sande, weil über Gelder diskutiert, über Farben lamentiert und Inhalte debattiert wird? Aber wer kommt auf die Idee, die Menschen außerhalb der Kirche einfach mal zu fragen, wie sie sich eine Kirchen-Website vorstellen? Welche Kriterien müsste die Internetseite in ihren Augen erfüllen, um einladend zu wirken und Kirche attraktiv zu machen? Von sich weg und auf die Bedürfnisse der Anderen zu schauen, ist der erste Schritt, um dem Ziel „Im Marketing sind Menschen wichtig“ näher zu kommen.

Im vierten Teil schaue ich mir die Chance “Marketing kann zum Charisma werden” aus Simons Artikel an. Über Eure Kommentare oder weitere Anregungen freue ich mich. 

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