Marketing demütigt

Der sechste und letzte Teil der Marketing-Serie auf Basis des Chancen-Artikels von Simon de Vries steht an. Ich werde fast ein wenig wehmütig, dass diese Serie nun vorbei geht und ich hoffe, dass ich einige Aspekte aufzeigen konnte, wieso auch die Kirche Marketing nötig hat und welche Beziehungen es zwischen Marketing und Web 2.0 im kirchlichen Bereich gibt. Heute nun steht die Demut auf dem Programm, ein schwieriges, aber zugleich ganz wichtiges Thema. Zunächst Simons Abschnitt:

Letztlich macht Marketing uns selbst bewusst, dass gegenwärtige Formen von Kirche nicht für die Ewigkeit sind. Die Kirche Jesu Christi ist nicht ersetzbar, aber die Volkskirche als Unternehmen ist es. Als Volkskirche sind wir eine Erscheinungsform von Kirche in einer bestimmten Zeit unter bestimmten Umständen mit all den guten und schlechten Aspekten, die das mit sich bringt.

Ich möchte in meiner Betrachtung nicht auf den Aspekt der Volkskirche eingehen. Ich engagiere mich selbst in einer modernen Freikirche und kenne mich mit den Sorgen und Nöten der Landeskirchen nicht gut genug aus, um mir da ein Urteil zu erlauben. Was mir aber aus dem Zitat wichtig ist, kommt im Teilsatz „dass gegenwärtige Formen von Kirche nicht für die Ewigkeit sind“ zum Tragen – und das bezieht sich auf alle Ausprägungen christlicher Kirchen. Ich bin davon überzeugt, dass Marketing immer wieder die Neu-Ausrichtung („Fokussierung“) auf die eigenen Werte, Verhaltensweisen und letztlich auch auf Formen beinhaltet. Menschen verändern sich. In Bezug auf Internet und Web 2.0 wieder drei Gedanken dazu:

  1. In meinen Augen ist das Internet nicht nur eine Modeerscheinung, sondern es hat in nicht einmal zehn Jahren unseren Alltag so radikal verändert, vereinfach, verschlimmbessert, verschoben, verwirrt oder ver______ (setz hier einfach ein Wort Deiner Wahl ein!), so dass es aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist. Davor kann sich die Kirche einfach nicht verschließen. Die Menschen werden mit ihren Füßen entscheiden, wie sie auf Kirche reagieren, die das Internet ignoriert.
  2. Web 2.0, Podcasts, Videocast, Weblogs, User-generated-Dingsbums. Schlagworte hin oder her. Zur Zeit sind das die angesagten Trends. Aber in meinen Augen auch nur „zur Zeit“. Ich weiß nicht, was Web 3.0, Web 4.0 oder Web 27.0 uns in Zukunft noch bringen. Der Slogan für iChurch kann sich ändern. „Kirche geht Web 27.0“ – meinetwegen. Hier beginnt die Demut. Mich selbst nicht so wichtig nehmen. Veränderung zulassen. Zöpfe abschneiden, wenn sie sich starr vor Schmutz nicht mehr kämmen lassen. Auf die Kirche bezogen bedeutet das: Trends erkennen, nicht um der Trends willen, sondern um der Menschen willen, die sie erreichen will.
  3. Demut im Web 2.0 hat aber nicht nur mit Menschen zu tun. Veränderung ist nicht nur ein Thema im Sinne des „sich besser Verkaufens“. Demut bedeutet für mich in diesem Zusammenhang auch, dass jeder Einsatz im Internet zur Ehre Gottes geschieht. Professionelle Internetseiten sind nicht dazu da, um zu zeigen, was wir für tolle Hechte sind. Mein Haus, mein Auto, mein Weblog… Wer hat das schickste Layout und wer kennt beim Barcamp die meisten christlichen Blogger? – Alles vollkommen unwichtig! Demut beginnt da, wo der eigene Stolz auf die Leistung nachlässt. In diesem Sinne: Bloggt, was das Zeug hält, aber vergesst nicht, für wen Ihr bloggt.
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Immer mehr Menschen halten Kirche für nicht mehr aktuell. Ich bin Thomas Kilian, Leiter der Werbeagentur Thoxan in Ostwestfalen. Durch mein kirchliches Engagement weiß ich, wie wichtig es für eine Gemeinde ist, mit der Zeit zu gehen.

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