Marketing verpflichtet zur Qualität

Im zweiten Teil der Nachlese einer Marketing-Serie von Simon de Vries möchte ich wieder einen Kernaspekt herausgreifen und in Bezug zu “Kirche und Web 2.0? setzen. Simon schreibt:

(…) Auf Qualtiät zu achten, muss nicht von vorneherein verdächtig sein. Freundliche Gemeinderäume, liebevolle Begegnungen, ein Gemeindebüro, in dem man sich willkommen fühlt – all das kann dazu dienen, dass Menschen, die uns zum ersten Mal besuchen, angenehm überascht sind. Ein systematisches Bemühen um eine Verbesserung der Qualität in der Wirtschaft nimmt den Kunden ernst. Für Kirche geht es aber nicht nur um die Farbe der Tapeten, sondern auch um Theologie – das lutherische Prinzip der ständigen Reform könnte auch als Bemühen um kontinuierliche Verbesserung begriffen werden.

Ich will mal bewusst den letzten Aspekt in Richtung Theologie vernachlässigen, sondern einen Vergleich zwischen der Wirkung von Gemeinderäumen und kirchlichen Websites ziehen. Ich glaube nämlich, dass beide große Gemeinsamkeiten haben und möchte wieder drei Punkte ableiten:

  1. Der erste Eindruck zählt. Staubige Teppiche, veraltete Möbel und eine “kalte” Atmosphäre schaffen kein Vertrauen. Ebenso ist es mit einer lieblos gestalteten, unaufgeräumten, schlecht strukturierten, nicht aktuellen, blinkenden, blitzenden oder blendenden Internetseite. Eine professionelle Außendarstellung ist nicht Geschmackssache, sondern beruht auf gesundem Know-How, einer sinnvollen Struktur und einer zeitgemäßen/aktuellen Optik.
  2. Kennt Ihr Kirchen, in denen Ihr Euch verloren fühlt? Gottesdienste, in denen man von niemandem angesprochen oder gegrüßt wird? Christliche Gemeinschaft kann nur funktionieren, wenn Sie die Begegnung miteinander ermöglicht. Welche Wege gibt es auf der Website, um in Dialog zu treten? Ein unpersönliches Kontaktformular oder besser noch eine reine Postadresse? Wer sich in Wort, Bild und vielleicht sogar Ton darstellt, baut direkt eine Brücke zum Besucher. Weblogs bieten darüber hinaus die Möglichkeit, über die Kommentarfunktion in Kontakt zu kommen. “Du bist Willkommen und wir freuen uns, dass Du da bist” muss es aus allen Ecken und Enden einer kirchlichen Webpräsenz schallen.
  3. Vor allem der Punkt “dass Menschen angenehm überrascht sind” gefällt mir besonders gut. Gerade christlichen/kirchlichen Websites haftet nicht gerade das Image “zeitgemäß” an. Umso leichter ist es doch, über eine professionelle Internetseite, die mit Liebe zum Detail gewürzt und besonderen Funktionen abgeschmeckt ist, Eindruck zu machen. Ich bin überzeugt, dass es in unseren Gemeinden genügend kreative und fähige Leute gibt, die in der Lage sind, in Guerilla-Manier auch die Websites unserer Kirchen positiv aufzumöbeln. Und wem die guten Ideen fehlen, der suche sich Mitstreiter oder Ideengeber, um von 0-8-15 wegzukommen. 

Im dritten Teil werde ich die Chance “Im Marketing sind die Menschen wichtig” aus Simons Artikel aufgreifen. Über Eure Kommentare oder weitere Anregungen freue ich mich. 

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3 Reaktionen zu “Marketing verpflichtet zur Qualität”

Jörg Bachmann (17. August 2007, 00:05) Link zum Kommentar

Im Prinzip hast du ja schon recht mit dem Vergleich zwischen den Gemeinderäumen und dem Internet. Aber wie es bei den Gemeineräumen und Gemeindehäuser hausbackene Ausstattung gibt, wo sich die Leute dennoch oder gerade wohlfühlen, gibt es das auch bei liebvoll gestalteten Webseiten, die nicht unbedingt Web 2.0 oder ein CMS haben, ja die mit Hompagebaukasten oder NetobjektFusion gebastelt wurde. Aber man spürt das Engagement dabei. 50 % der kirchlichen Webseiten sind das Hobby eines Pfarrers oder eines engagierten Jugendlichen. Und die darf möglichst nur sehr wenig kosten.
Es gib auch hochgesylte Webseiten, die zwar toll aussehen und dennoch nicht rüberbringen. Anderseits gibt es auch schmutzige Gemeindehäuser und so gibt es eben Internet-Seiten, wo besser stehen müsste: “Sie befinden sich am Ende des Internets.”
Natürlich ist das, was du geschrieben hast, die Zielvorstellung, die eine christliche Webpräsentation erreichen sollte. Und man sollte alles dafür tun.

Dragos (17. August 2007, 09:00) Link zum Kommentar

Ich höre oft folgendes: oh wir sind eine kleine Gemeinde – wir haben kein Geld….wenn wir Geld hätten würden wir dies und jenes machen…(und teilweise auch berechtigt)… und die andere Aussage…hmmm…neumodisch…hmmm….krammm… Gott wird schon richten auch ohne die “neuen Sachen”…etc.. Habt Ihr schon solche Aussagen gehört? Was sagt ihr dazu?

Jörg Bachmann (17. August 2007, 13:05) Link zum Kommentar

Natürlich hört man solche Aussagen. Na ja, wer nicht will, der muss ja nicht ins Internet.
Aber ehrlich um im Internet präsent zu sein, das ist nicht eine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Willens. Und die einfachste Form präsent zu sein ist ein Weblog. Und man nimmt halt ein Weblogtemplate, das schon als Vorlage da ist. Da kann man doch über das Leben in der Gemeinde berichten. Aber das wahrscheinlich größere Problem ist es, jemanden zu finden, der über das Gemeindeleben berichtet.
Und dass Gott es ohne die “neuen Sachen” richtet, ist ja ok. Aber er machts auch mit den “neuen Sachen”.

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