Dass auch die Kirche im Web 2.0 angekommen ist, wird so langsam auch außerhalb der heiligen Hallen wahrgenommen. So schreibt die Süddeutsche Zeitung über “Pilgern im Web 2.0“, was Swantje von Conceptbakery zu einer längeren Stellungnahme über diese virtuell-spirituellen Geschehnisse veranlasst. Interessant finde ich vor allem folgende Aussage, die sie zum Schluss des Artikels trifft:
Zu beführchten bleibt (…), dass dieser online Boom in den Gemeinden, die Kirchen und Gottesdienste immer leerer werden lässt (…) Ja, und warum sich in die Bänke quetschen wenn man nun auch gemütlich neben dem Baum und vor dem Festmahl und der Bescherung an der „Christmette“ teilnehmen kann!?
Ist das Web 2.0 ein weiterer Grund für das Ausbleiben der Gottesdienstbesucher? Ersetzen Weblogs, Videocasts und Predigt-Podcasts die Teilnahme am Gemeindeleben? Für jeden, der sich der Kirche nur Tradition verpflichtet sieht, möglicherweise schon. Wer die Gemeinde aber vor allem als Gemeinschaft mit anderen versteht, in der er sich zu Hause fühlen und Glauben praktisch teilen und erleben kann, wird sich schwerlich mit einer virtuellen 2.0-Version zufrieden geben.
Ich gebe den beiden Artikeln recht: Web 2.0 ist ein Berg, der auch zum Prophet kommen kann. Aber kein Ersatz für die aktive Teilnahme am Gemeindeleben, sondern eine (sinnvolle) Ergänzung. Kirche darf sich nicht in die Berge zurückziehen, sondern muss “unter den Menschen” sein, wenn Sie diese erreichen möchte. Das gilt auch für die User des Web 2.0.
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